Geschichte unserer Feuerwehr

Freiwillige  Feuerwehr Müggelheim 1925

Im 18. und 19. Jahrhundert wurde die Feuerbekämpfung im Ort Müggelheim derart ausgeübt, dass von jeder Wirtschaft bzw. jeder Siedlerstelle ein Mann zur Brand-bekämpfung ausrücken musste. Als letzter Spritzenmeister dieses Feuerschutzes fungierte Landwirt Friedrich Hembt.

Kurz nach der Eingemeindung des Ortes in die Stadt Berlin, wurde am 22. Juni 1922 die Freiwillige Feuerwehr (FF) Müggelheim gegründet. An Löschgeräten standen seinerzeit eine Handdruckspritze mit Holzachsen und ein Wasserwagen zur Verfügung. Diese Handdruckspritze, die im Jahre 1801 von Meister Seeler in Berlin gebaut worden war, hatte schon beim Brand des Lokals „Krampenburg" am 4. Dezember 1921 gute Dienste geleistet. Als alle anderen umliegenden Feuerwehren mit ihren Fahrzeugen nicht an das Brandobjekt heran kamen, konnte mit der Müggelheimer Handdruckspritze das Feuer wirksam bekämpft werden. Dadurch wurde der größte Teil der „Krampenburg" gerettet.

Abgelöst wurde dieses Gespannfahrzeug durch eine modernere Handdruckspritze, die bald darauf durch eine bespannte Motorspritze ersetzt wurde.

Motorspritze

Der erste Wehrführer unserer FF war Walter Alburg. Nach ihm übernahm der Stadtobersekretär Baeyer als erster Brandmeister die Wehrführung. Zweiter Brandmeister wurde Franz Schulze, der 1933 dann die Wehrführung übernahm, die er nur durch den Krieg unterbrechen musste.

Zur Unterbringung der ersten Feuerlöschgeräte diente das alte Spritzenhaus auf dem heutigen Kindergartengelände am Krampenburger Weg. 1926 wurde die Wache am heutigen Standort errichtet, und das alte Spritzenhaus wurde abgerissen. Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg erhielt das Feuerwehrgebäude noch einen Anbau. Während des Krieges wurde ein ständig besetzter Feuerlöschzug stationiert.

Nach dem Krieg war der Personalbestand der FF auf elf Kameraden geschrumpft, und vorerst waren auch keine Feuerlöschgeräte vorhanden. Vom Militärkommando der Roten Armee erhielt Franz Schulze den Auftrag, die Betriebsfähigkeit der FF herzustellen. Da das Feuerwehrgebäude durch die Rote Armee besetzt war, wurden die ersten Löschgeräte im Keller des ehemaligen „Volkshaus" am Krampenburger Weg (heute Kita) untergebracht.

Die Probleme jener Zeit werden aus einem Bericht vom 28.7.1945 deutlich. Darin heißt es, dass ab Ende Mai 1945 eine ausreichende Mindestbestückung an Material vorhanden sei, aber durch die große Zahl der seit Mai 1945 auftretenden Waldbrände sich das Fehlen eines motorisierten Löschfahrzeugs extrem ungünstig bemerkbar mache. So benötigten die Löschkräfte für den Anmarsch bis zu 50 Minuten. In einem Fall erreichte der Waldbrand ein Ausmaß von 300 Morgen. Für diese schweren Löscheinsätze erhielten die Kameraden je 0,5 Pfd. Zucker Zusatz-verpflegung.

Kurze Zeit später wurde als erstes Fahrzeug ein „Opel-Blitz" in Dienst gestellt, bei dem die Feuerwehrleute auf zwei Bänken längs zur Fahrtrichtung saßen. In den darauf folgenden Jahren konnte auch der Personalbestand auf das Doppelte erhöht werden. 1954 erhielt die FF ein neues Löschfahrzeug „Granit K 26", das 1964 durch einen „Granit K 28" ersetzt wurde.

Einsatzfahrzeug Granit K 28

Dieses versah bis Anfang der siebziger Jahre seinen Dienst und wurde dann durch ein Löschfahrzeug „LF 8 TS Robur" mit 400-m-Schlauchtransportanhänger abgelöst. Dazu gehört auch erstmalig ein Schlauchboot für Wasserrettungseinsätze.

LF 8 TS Robur / Schlauchboot im Einsatz

Nach dem Tod von Franz Schulze übernahm die Wehrführung Rudolf Peuser, danach Gerhard Pitschas und kurzzeitig auch Wolfgang Arnoldi. Von 1960 bis 1975 lag die Führung der Wehr in Händen von Heinz Klein, und von 1975 bis zur Wendezeit wurde die Wehr erneut durch Rudolf Peuser geführt.

Mitte der sechziger Jahre bis Anfang 1990 gehörte neben der Brandbekämpfung auch der vorbeugende Brandschutz zum Aufgabenbereich der FF. Bei regelmäßigen Begehungen von Wohnstätten und anderer Gebäude wurden vor allem brandschutz-technische Hinweise gegeben bzw. auf brandschutzgerechtes Verhalten hin-gewiesen. Die damalige Einsatzfrequenz der FF lag bei 35 bis 45 Einsätzen im Jahr.

Besonders die Vielzahl von Waldbränden war für die Kameraden problematisch, da das Löschwasser über weite Strecken an die Brandherde herangeführt werden musste. Deshalb fasste der Magistrat von Berlin den Beschluss, bei der Müggelheimer Feuerwehr ein Tanklöschfahrzeug „TLF 16 – W 50" zu stationieren.

TLF 16 - W 50

Für dieses Fahrzeug war das bestehende Dienstgebäude zu klein, und es musste eine neue Fahrzeughalle gebaut werden. Alle Kameraden leisteten zusätzliche Arbeitsstunden, und im Herbst 1980 wurde die neue Fahrzeughalle zünftig eingeweiht.

Mitte der achtziger Jahre gab es erhebliche Nachwuchsprobleme. Darauf hin wurde eine Jugendgruppe gebildet, die großen Zuspruch fand. Einige der damaligen „Jungen Brandschutzhelfer" sind heute aktive Mitglieder der FF.

Von 1989 bis 1994 führte Werner Peuser die Wehr, danach Torsten Litzki, und von Oktober 1997 bis Januar 2007 war Torsten Pokowietz Wehrleiter.

Anfang 1992 konnte ein Löschfahrzeug „LF 16 – W 50" in Dienst gestellt werden, und das „LF 8 –TS Robur" wurde ausgesondert. 1993 wurde das Schlauchboot gegen ein Aluminium-Rettungsboot mit Heckmotor ausgetauscht.

LF 16 - W 50

Mit Beginn der neunziger Jahre und Übernahme der FF durch die Berliner Feuerwehr gab es auch grundsätzliche Veränderungen. So wurde der Ausrückebereich erweitert und der Einsatz beim zweiten Alarm für Teile von Köpenick festgelegt. Neu waren auch die Einsätze bei medizinischen Notfällen, die früher durch das nach der Wende aufgelöste Rettungsamt geleistet wurden.

Mitte 1993 konnte die seit dem Zweiten Weltkrieg übliche Sirenenalarmierung eingestellt werden, da alle Kameraden digitale Funk-Alarmierungsempfänger erhielten. Anfang 1997 wurden sie auch mit der neuen Einsatzkleidung der Berliner Feuerwehr ausgestattet, so dass für alle ein höchst möglicher Schutz im Einsatzgeschehen gewährleistet ist.

Dachdeckerarbeiten 1997

Durch die Zuführung eines Lösch-Hilfeleistungs-Fahrzeugs „Mercedes" als Ablösung für das „LF 16 – W 50" und Bereitstellung eines IVECO-Schlauchwagens mit 2000 Metern Schlauchvorrat konnte der Einsatzwert unserer FF weiter erhöht werden. Im Jahre 2000 wurde das fabrikneue TLF 16 / 24 in Dienst genommen.

Inzwischen wude dieses TLF 16/24 allerdings durch ein TLF 24/50 ersetzt.

Die Führung der Wache wurde von Januar 2007 bis Dezember 2010 von Alfons Thurm wahrgenommen.

Die Führung der Wache wurde im Januar 2011 an den amtierenden Wehrleiter Sören Vieth übergeben.
Derzeit hat die Freiwillige Feuerwehr Müggelheim 20 Kameraden.

Die gegenwärtige Einsatzfrequenz liegt bei etwa 300 Einsätzen im Jahr. Die FF Müggelheim ist gegenwärtig eine modern ausgestattete Feuerwehr, die alle an sie gestellten Aufgaben jederzeit erfüllt. Dennoch, ständig benötigt die FF Nachwuchs, bei dem eine gehörige Portion Idealismus, technisches Verständnis und gesundheitliche Eignung vorausgesetzt werden.